Taunusstein 08.09.2017

 

Hohes Spendenaufkommen ermöglicht der Nachbarschaftshilfe Taunusstein die Anschaffung eines neuen Kleinbusses

  

Von Hendrik Jung

WEHEN - Die Jungfernfahrt war ein voller Erfolg. Mit dem neuen Kleinbus der Nachbarschaftshilfe Taunusstein hatte Fahrer Hans-Hermann Nissen sechs Vereinsmitglieder und zwei Betreuer nach Rüdesheim chauffiert, um dort das Musikkabinett zu besuchen und in der Drosselgasse Kaffee zu trinken. „Das war recht schön gewesen und wird eine schöne Erinnerung sein“, freute sich Rudolf Gebauer, der gemeinsam mit Ehefrau Leni an der Fahrt teilnahm. Zwar sei der 90-Jährige schon ein Jahr Mitglied bei der Nachbarschaftshilfe, aber bei dem Ausflug habe er die Leistungen nun erstmals in Anspruch genommen.

 

Rückmeldungen mehr als positiv

 

 

„Ich habe mich so auf den Tag gefreut“, berichtete Brigitte Hochbein. Seit sie durch einen Unfall auf den Rollator angewiesen sei, habe die 89-Jährige sonst kaum Gelegenheit, mal rauszukommen. Von der Nachbarschaftshilfe werde sie sogar zu Hause abgeholt. Aus dem Programm für den Herbst habe sie sich daher gleich auch für die Fahrten in den Opel-Zoo, auf die Loreley sowie zum Wochenmarkt nach Wiesbaden angemeldet. „Ich war nicht ganz so mutig und habe mich erst mal für eine Tour entschieden. Aber es ist ein tolles Angebot, gerade wenn man allein lebt und so wie ich fast blind ist“, ergänzte Maria Lantzsch.

 

Nun, da sie sich bei der ersten Fahrt ganz sicher gefühlt habe, werde sie gerne auch an weiteren Ausflügen teilnehmen. „Als mein Mann noch lebte, waren wir sehr oft im Rheingau und auch in der Drosselgasse. Es hat mich ein bisschen an vergangene Zeiten erinnert“, erläuterte die 85-Jährige. Für ihre Mitfahrerin Christin Leiss war es tatsächlich das erste Mal, dass sie nach dem Tod ihres Mannes einen Ort besuchte, den man gemeinsam immer wieder bereist hatte. Der Austausch in der Gruppe habe ihr diesen ersten Schritt leichter gemacht. Nun freue sie sich schon auf die Fahrt in den Palmengarten. „Ich habe gern was Wissenschaftliches dabei. Ich freue mich immer, wenn ich was Interessantes erfahre. Das bekomme ich im Moment sonst nur über das Fernsehen“, verdeutlichte die 79-Jährige.

 

Derzeit werden bei der Nachbarschaftshilfe gerade Wünsche für das kommende Jahr gesammelt, in dem es im März mit dem Ausflugsprogramm weitergehen soll. Das Konzept von Kassiererin Ute Dertinger sieht vor, dass alle zwei Wochen ein anderes Ziel angesteuert wird. Platz ist jeweils für sieben Fahrgäste, da in Zukunft nur eine Betreuungsperson den jeweiligen Fahrer unterstützen wird. Wenn die Nachfrage größer sei, könnten Fahrten in den Zwischenwochen wiederholt werden. Bislang waren die Rückmeldungen mehr als positiv. „Wir haben die Langfassung des Busses gekauft, sodass viele Rollatoren und Rollstühle mit reinpassen“, berichtete Beisitzer Rudolf Dertinger. Möglich war die Anschaffung geworden, weil der Verein in den Vorjahren ein überdurchschnittlich hohes Spendenaufkommen verzeichnete.

Initiatorin Ute Dertinger ist nun die Leiterin des Arbeitskreises Ausflugsziele. Manfred Reeg kümmert sich um den Bereich der Betreuung bei den Fahrten und Hans-Hermann Nissen ist der Fahrdienstleiter. Er kümmert sich nicht nur um den technischen Zustand des Busses, sondern organisiert auch die Fahrer. In der kommenden Woche steht für diese ein Fahrtraining in Mainz-Finthen auf dem Programm. Damit sich auch in Zukunft alle Teilnehmer sicher fühlen können.