Wiesbadener Kurier 07.11.2016

 

Nachbarschaftshilfe Taunusstein bietet die Rettung aus der Dose

 

Von Mathias Gubo

TAUNUSSTEIN - Der Briefkasten wird nicht geleert, von Frau F. hört und sieht man nichts. Nachbarn alarmieren Polizei und Rettungsdienst. Als diese in die Wohnung kommen, finden sie die Frau hilflos im Badezimmer liegen. An der inneren Wohnungstür fällt ihnen ein roter Aufkleber auf. Also wissen die Helfer, dass alle notwendigen Informationen im Kühlschrank stehen, in der roten SOS-Rettungsdose.

Mitglieder der Nachbarschaftshilfe Taunusstein können, wenn sie es wollen, solch eine kleine rote Dose in den Kühlschrank stellen, die im Notfall Leben rettet. Zu verdanken hat die Nachbarschaftshilfe diese Aktion dem Mitglied des Lions Clubs Untertaunus, Erwin Fischer. Anlässlich seines 60. Geburtstages sammelte Fischer Spenden für soziale Zwecke, unter anderem für die Nachbarschaftshilfe. Außerdem spendete er gleich 500 Rettungsdosen.

 

Notfallmappe im Rathaus erhältlich

Aufmerksam auf diese Dosen wurde der Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe, Kurt Bischof, über den Hanauer Lions Club, der ein erfolgreiches Projekt aus Großbritannien aufgegriffen hatte, nämlich wichtige Gesundheitsdaten in eine kleine Dose zu verstauen und diese in den Kühlschrank zu stellen. Auf die Tür des Kühlschrankes wird außen eine hinweisende Plakette geklebt, an die innere Haustür ebenfalls. Auf diese Weise kann im Notfall schnell und kompetent geholfen werden. Lions-Mitglied Erwin Fischer aus Taunusstein erklärte sich sofort bereit, einen Kontakt mit dem Hanauer Lions Club zu vermitteln und spendete großzügig gleich 500 Dosen, zu denen auch erklärende Faltblätter gehören. Diese werden an Mitglieder der Nachbarschaftshilfe auf Anfrage abgegeben.

In der Dose, etwas kleiner als die übliche Getränkedose, befinden sich zwei Aufkleber sowie das Faltblatt „Rettung aus der Dose“, das ausgefüllt werden sollte: persönliche Daten, Hausarzt, wichtige Krankheiten und Einschränkungen, Medikamente, wer im Notfall informiert werden soll unter anderem. Der Aufkleber an der inneren Haustür weist Rettungsdiensten, aber auch Nachbarn oder Verwandten im Ernstfall den Weg zu den lebensnotwendigen Informationen, eben zur Kühlschranktür. Kostbare Minuten gehen auf diese Weise nicht mit der Suche nach Unterlagen verloren. Sowohl über das Büro der Nachbarschaftshilfe als auch über die Leitstelle Älterwerden im Rathaus ist zudem eine „Notfallmappe“, herausgegeben vom Land Hessen, erhältlich. In dieser Mappe befinden sich wichtige Informationen und Formulare für den Fall der Fälle.

 

 

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