„Ohne die Nachbarschaftshilfe hätte ich nicht verreisen können“, sagt Karin F.

Und ihre Mutter Herta F. strahlt aus ihren hellen Augen: „Das ist wirklich eine tolle Sache.“ Die 82-jährige Bleidenstädterin, durch Alter und einen Unfall in ihren Bewegungsmöglichkeiten erheblich eingeschränkt, benötigt täglich kleine Hilfen, beispielsweise Blumen gießen im Garten und auf dem Friedhof das Grab ihres Mannes pflegen. Kleine Einkäufe müssen erledigt werden, etwas Gesellschaft leisten – alles das, was sonst die rührige Tochter neben ihrer Berufstätigkeit leistet.

In der Zeitung hatte sie über die Nachbarschaftshilfe e.V. gelesen und sich erkundigt, ob und wie geholfen werden kann, während sie verreist ist. Büroleiterin Beate Hennig besuchte die alte Dame, um ihre Bedürfnisse zu erfahren und schaute dann  in die Mitgliederdatei, in der auch vermerkt ist, wer zu welcher Hilfe bereit und in der Lage ist. Sie fand das Ehepaar Strom (Name geändert). Beide leben im Ruhestand, beide sind rüstig und haben sich gern bereit erklärt, anderen Menschen kleine Sorgen abzunehmen.

Frau Herta F., 1946 aus dem Sudetenland mit ihrer Familie vertrieben und schließlich in Bleidenstadt sesshaft geworden, ist ganz angetan von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Eheleute Strom. Schon das Abholen der Morgenzeitung aus dem Briefkasten des am Hang liegenden Hauses wäre sonst sehr beschwerlich bis unmöglich gewesen, solange Frau F. kaum gehen kann. Herr Strom beispielsweise verband den Spaziergang mit dem Hund mit einem Besuch des naheliegenden Bleischter Friedhofs, um sich um das Grab zu kümmern. Sein Fazit nach dem Ende der Hilfsaktion: „Es war eine Hilfe für Frau F. und diese Erfahrung eine innere Bereicherung für uns.“ Und Tochter Karin F. ergänzt: „Durch die Nachbarschaftshilfe haben wir neue Möglichkeiten erfahren, einen beschwerlichen Alltag zu organisieren.“

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